#6 Liebes Tagebuch

Liebes Tagebuch,

für mich fing die Woche mit einem 20-minütigen eigen Training im Sprechunterricht an. Dafür bereiten wir nichts vor, wir schauen einfach, was jetzt gerade ist und was unser Körper braucht. Danach sind wir wieder in die Rippendehnung gegangen. Natürlich durfte der Luftstaubsauger auch nicht fehlen 😀

Diesmal gab ich mal wieder was Neues, wir sind zu zweit zusammengegangen und einen von uns hat sich auf den Bauch gelegt. Der andere hat seine Hand auf den Rücken gelegt und die Atmung beobachtet. Im Anschluss hat die „nicht liegende“ Person, die Schallwellen ausgeschüttelt, in dem er, druck auf den Rücken gegeben hat. Damit das Ganze noch intensiver wird, hat die Person, die liegt „Hey“ im Dreiklang losgelassen. Das Spannende daran war, das man den Ton zu keinem Zeitpunkt kontrollieren konnte, was der Sinn der Sache ist.

Leider lief der darauf folgende Sprechunterricht nicht so sonderbar rosig für mich. Ich war ja noch von meinem Muskelfaserriss geplagt und hatte einfach wieder sehr sehr starke schmerzen und dann flossen die Tränen.

Die Woche ging auch direkt so weiter. Wir sollten im Gesangsunterricht alleine Singen und ich war an der Reihen. Ich habe eine Dänisches Lied gesungen. Das Lied hat sehr viele Gefühle in mir geweckt und schon kullerten wieder die Tränen.

Doch auch danach waren nicht genügend Tränen geflossen.

Bei Grundlagen Unterricht konnten wir uns ein Feedback geben lassen, wenn wir wollten. Eigentlich wollte ich nicht, weil ich dachte, es wäre alles gesagt. Dem war anscheinend nicht so.

Während ich den anderen zuhörte, fing mein Herz immer schneller an zu schlagen und ich bemerkte, dass die Nervosität in mir aufstieg. Und dann stand ich auch schon vorne und sagte, dass ich gerne noch mal über das letzte Feedback sprechen wollen würde, weil es mich doch immer noch beschäftigt.

Mein Dozent war etwas überrascht, vor allem weil ich direkt wieder anfing zu weinen. Ich erklärte also die Situation, dass ich die letzten Ferien komplett damit verbracht heraus zu finden, was er damit gemeint habe das ich „Teflon“ sein. Aber ich letzten Endes zu keinem Ergebnis kam. Im selben Zug sagte ich, dass ich es scheiße von ihm fand, dass er mich nicht aufgeklärt hat und das ich wirklich sauer auf ihn sei.

Dann sollte ich aufstehen und schreien „Ich bin so sauer auf Dich!“ und gleich noch einmal. Er fragte mich, warum ich nicht direkt etwas gesagt habe. Ich antwortete, dass ich nicht gerne in Konfrontationen gerate und solchen Situationen gerne ausweiche.

Dann gab er mir noch ein Text. Ich sollte sagen: „Ich bin so sauer auf Dich, du Arschloch!“ Und Leute ich kann euch sagen, dass tat soooooo gut!

Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass er mir mit dem „Teflon“ sagen wollte, dass ich als Schauspielerin alle Emotionen zulassen muss, auch Wut. Und genau dass ich mein Problem gewesen. Ich wollte Wut nicht zu lassen.

Fazit, immer ansprechen, wenn euch was auf der Seele liegt.

Der Rest der Woche standen dann noch Proben für unsere Theaterstück “ Mary Me“ an.
Eure Anika

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