#1 Liebes Tagebuch

Kalenderwoche 2

Montag der 07.01.19Montag Hasser?? Ich?  … Nö:) Ich muss sagen, ich mag den Montag sehr gerne. Bei uns in der Schule ist es glaub ich sogar mein Lieblingstag. Wir starten immer um 9:00 Uhr morgens mit der Unterrichtsstunde Tanz. Aktuell machen wir Ballett, was mir eindeutig NICHT liegt. Aber wie sagt man so schön? Was nicht ist, kann ja noch werden. Was Ballett mit Schauspiel zu tun hat? Oh die Frage habe ich mir auch schon ein paar Mal gestellt. Ich denke, es dient der Grundhaltung und um den Zugang zu unserem Körper zu finden, aber ob es wirklich so ist? Kein Plan. Eigentlich auch egal, die Lehrer wissen schon, warum wir das machen:)

Wir sind noch bei den Grundhaltungen, das heißt Plié, Fondue und so weiter.. Ich habe noch ein bisschen Schwierigkeiten meine Füße in der zweiten Position schräg zu behalten, sie wollen immer wieder grade gehen. Aber Übung mach den Meister. Ich habe mir fest vorgenommen, es auch zu Hause zu üben. Mal sehen ob das, was wird:)

Danach haben wir immer Grundlagen Schauspiel. Ich liebe diese Stunde, man weiß nicht was passiert und es passieren immer wieder neue spannende Dinge. Diesmal haben wir irgendwann mitten im Unterricht einen kleinen Text bekommen. „Du hast keine“, „Ich hatte eine“, „Ich liebe“. Den Text sollten wir nacheinander sagen. Wir haben wirklich alle Emotionen durchlebt jeder Einzelne. Als ich den Text das erste Mal sagte, kamen mir sofort die Tränen. Ich weiß nicht, was es in mir ausgelöst hat, aber es kam einfach. Danach hat jemand anderes den Text gesagt und ich wurde so wütend. So ging es immer weiter und weiter. Ich finde es so spannend, was so ein kleiner Text mit einem machen kann. Unfassbar.

Zu guter Letzt haben wir montags immer noch Rhythmik. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht genau, was uns der Unterricht bringt. Klar ein gewisses Taktgefühl und es stärkt die Ensemble Arbeit. Aber manchmal ist es eher wie „Spielen“. Aber es macht Spaß und auch dort komme ich immer wieder an meine grenzen. Zum Beispiel haben wir diesmal so einen „Klatschmove“, kein plan, wie es richtig heißt, gelernt. Ich war maßlos überfordert damit:) Hausaufgabe war dann natürlich es bis zum nächsten Mal zu können.

Dienstag 08.01.19

Dienstags geht es immer erst um 13.30 los. Entweder schlafe ich aus oder ich treffe mich vorher mit einem Klassenkameraden zum Proben.

Dienstags geht es immer erst um 13.30 los. Entweder schlafe ich aus oder ich treffe mich vorher mit einem Klassenkameraden zum Proben.

Der Tag startet eigentlich mit Sprechen. Unsere Lehrerin war aber aus Beruflichen gründen verhindert. Deshalb haben wir dann zwei Schulstunden Szenenarbeit gehabt. Wir haben im Februar unsere erste Aufführungen und in dem Unterricht proben wir für die Aufführung. Dienstag war eindeutig mein Glückstag. Ich hatte noch keine eigene Szene, nur einen Monolog und habe bei manchen Szenen, eine kleine, Nebenrollen. Aber an dem Tag habe ich meine eigene bekommen. YEAH. Ich habe dann noch meinen Monolog vorgezeigt, leider bin ich mit mir selbst einfach noch sehr unzufrieden und weiß nicht, wie ich den am besten Spielen soll. Es ist ein Monolog von Jelena aus drei Schwestern von Tschechow. Mein Lehrer hat mir daher die Aufgabe gegeben den Text zu Hause komplett zu analysieren, damit ich ihn besser verstehe. Wir sind zusammen schon ein Paar Stellen durchgegangen, aber den Durchblick habe ich immer noch nicht.

Mittwoch 09.01.19

Körpertraining am Morgen vertreibt Kummer und sorgen. Ja kann ich bestätigen. Danach geht es dann direkt weiter mit Grundlagen Schauspiel. Wir arbeiten grade an modernen Monologen. Ich habe mir den Monolog „Die Frau mit dem Einkauf“ aus Albtraum vor Glück ausgesucht. Den wollte ich schon immer Mal machen. Wir haben schon vor den Ferien daran gearbeitet und jedes Mal entsteht wieder eine neue Interpretation. Sie ist allgemein eine sehr wütende Rolle, aber es steckt so viel mehr dahinter. Wir haben mit Stocktrainig angefangen. Was das ich erkläre ich ein anderes Mal oder ich mache Mal ein Video dazu. 🙂

 

Dann sind wir durch den Raum gegangen und hatten in der Rolle die Option entweder zu stehen, gehen oder zu laufen. Nach einiger zeit fangen wir dann an zwei Zeilen Text zu sagen. Dann müssen wir uns entscheiden unser Kostüm zu holen und es dann vor dem imaginären „Publikum“ anzuziehen. Sobald wir das Kostüm anhaben, wird die Sprache wieder raus genommen. Wieder haben wir die Option gehen, stehen, laufen und diesmal auch Tanzen oder Sitzen. Wir sollten uns ein Lied aussuchen, das zur Rolle passt und bei Tanzen dann daran denken. Mein erster Song war von Kontra K „Power“, mittlerweile ist es aber „Wenn ein Lied meine Lippen verlässt“ von Xavier Naido. Als wir dann anfingen unsere Mitmenschen wahrzunehmen, hatten wir dann die Möglichkeit in den Kontakt zu gehen. Solbad wir eine Verbindung mit jemanden hatten, das heißt, das wir Augen Kontakt hatten und wir beiden uns entschieden, haben in den Kontakt zu gehen, hatten wir die Möglichkeit das eine von uns einen Satz sagt. Der andere durfte dann antworten, aber er bemerkt dann, dass er ein Wort heraus bekommt. Das war so schwer. Aber ich habe mich dann auf die Körpersprache konzentriert, nach dem mein Lehrer mich darauf aufmerksam gemacht hat und dann viel es mir viel leichter.

Donnerstag 10.01.19

Singen gehört eindeutig nicht zu meinen stärken. Ich habe immer gesagt, dass ich nicht singen kann. Es ist nicht so schlimm, dass man weglaufen würde. Aber auch nicht so schön das man Stehen bleibt. Diesmal musste ich alleine singen vor der ganzen Klasse. Vorher konnte ich mich immer erfolgreich Drücken. Aber das ist ja nicht Sinn der Sache. Ich muss mit „I & A“ die Stimmleiter singen. Ich dachte, das packe ich nie. So hoch kann ich nicht singen und wenn doch dann laufen Sie alle weg:D

Aber siehe da, es war möglich und so schlimm war es anscheinend nicht. Mein Lehrer sagte, es ist schon ein guter Ansatz. Das ich für mich schon ein 5 im Lotto:)

Danach hatten wir dann wieder Proben für unser Teschechow Stück. Ich habe ja eine neue Szene bekommen und diese durfte ich dann auch das erste Mal zusammen mit meinem Partner spielen. Ich musste so viel schreiben, dass ich fast keine Stimme mehr hatte. Ich brauchte ein paar Anläufe, bis der Text richtig saß. Erst als mein Lehrer sagte: „Anika, wie viele Takes brauchst Du normal beim Dreh?“ hat es geklappt. Witzig oder?? Was das mit meinem unterbewusst sein macht. Kaum geht es um Film funktioniert es. Verrückt.

Freitag 11.01.19

Vor einiger Zeit haben wir mal Animalwork gemacht, das heißt, wir haben uns ein Tier ausgesucht, was wir gespielt haben. Diesmal sollten wir uns ein Tier für unsere Rolle aussuchen. Ich habe mich für ein Labrador entschieden. Warum? Weil ein Labrador, wenn er Angst hat, Belt und sich aufbauscht. Und genauso macht meine Rolle es auch. Sie ist wütend vor Trauer.

Wir haben also mit Animalwork angefangen und sind dann vom Tier zum Menschen geworden. Dann haben wir im Prinzip wieder das gleich System wie am Mittwoch gehabt. Der Unterschied war aber, das wir trotzdem, das Gefühl von dem Tier in uns haben sollte. Wir hatten auch die Möglichkeit anstelle des Textes zwischen durch zu bellen. Bei meiner Rolle kam die Wut so zum Vorschein, dass ich meine Spielpartner alle irgendwann „Tod“ beißen sollte. Eine andere Situation war, dass meine Rolle sexuell angemacht wurde und mein erster Impuls war es, seine Hände von meinem Körper zu entfernen. Also er stand hinter mir und hat mich von hintern angebummst. Mein Lehrer sagte aber, ich soll es erst mal auf mich wirken lassen und das Publikum mitnehmen, damit daraus eine Szene wird. Ich muss sagen, als ich den ersten Impuls weggelassen habe und ins Publikum geschaut habe wurde es eine dramatische Szene. Eine andere Szene ergab sich ein paar Minuten später. Eine Klassenkameradin von mir saß auf einen Stuhl. Ich setzte mich vor Sie auf den Boden und nahm Ihre Hand. Ich begann einen Satz zu sagen und schon fingen wir beide an zu weinen. Mein Lehrer kam zu uns und gab mir die Anweisung an Ihrer Hand zwischen durch zu schnuppern (wegen des Tieres meiner Rolle). Diese Aktion hat das Gefühl noch viel mehr verstärkt uns wir hatten einen unglaublich schönen und zu gleich auch traurigen Moment zusammen. Es wurde eine Szene draus.

Nach Grundlagen hatten wir dann Sprechen. Unsere Lehrerin war eine ganze Weile verhindert. Daher haben wir viele Übungen, die wir vor den Ferien gemacht haben wiederholt. Auch hierzu gibt es einen ausführlichen Blog Eintrag demnächst. Oder ein Video, mal sehen, wozu ich Lust habe.

Zu dem habe ich meine Lehrerin gefragt, wie ich verhindern kann, in einer Szene, in der ich sehr viel Schreien muss, heißer zu werden. Sie hat mir den Tipp gegeben, vorab ein 10-minütiges Sprechtraining zumachen oder zwischen durch mit den Lippen zu flattern. Das hilft, die Stimmenbänder aufzuwärmen.

Wie es in der Umsetzung funktioniert? Das erfahrt ihr nächste Woche..

Bis dahin eure Anika

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